Biohof & Molkerei Fleck
"Dieser Graben zwischen dieser Welt auĂŸerhalb der Landwirtschaft, der wird uns zu groĂŸ. Den möchten wir wieder zuschĂ¼tten."
Was wĂ¼rde die VergĂ¼tung der Gemeinwohlleistungen dir auf dem Betrieb ermöglichen?
Ich wĂ¼rde die VergĂ¼tung grundsätzlich zum Einen darein stecken, Menschen und Unternehmen noch mehr auf den Hof zu holen. Und ich wĂ¼rde auf dem Hof Projekte initiieren, die eine gewisse Fläche besonders bewirtschaften, nochmal eine Streuobstwiese anlegen. Etwas, mit dem sich Unternehmen auch identifizieren können. Im besten Fall sitzen wir dann in zehn Jahren unter den Ă„pfeln bei einer Picknick-Landschaft.
Was erhoffst du dir von der Gesellschaft?
Mehr Wertschätzung vielleicht, mehr Austausch und Verständnis fĂ¼r manche Dinge. Ich sage immer: Der Begegnungspunkt zwischen der Gesellschaft und der Landwirtschaft ist auf einem schmalen Radweg. Ich komme mit einem groĂŸen Traktor an, muss mein Futter heimbringen oder meinen GĂ¼lle fahren am Samstag und der Radler mit seinem E-Bike entgegen. Ich muss in dem Moment vom Gas gehen, weil der mit seinem E-Bike kommt und der mit dem E-Bike sagt: "Mist, ich muss jetzt auch vom Gas." Und so entsteht schnell sogar ein kleines Spannungsfeld in der Begegnung. Und das finde ich, sollten wir ein bisschen anders sehen. Landwirtschaft baut uns allen was an. Landwirtschaft hat einen riesen Hebel, zum Beispiel was das Klima betrifft und was den Humusaufbau betrifft. Und da versprechen wir uns schon mehr Verständnis fĂ¼reinander.
Interview mit Herbert Fleck
Was ist das Besondere an eurem Betrieb?
Der Biohof Fleck ist ein typischer Allgäuer Milchviehbetrieb, der in die Region passt. Allerdings hat der Betrieb ein paar Besonderheiten. Durch die eigene Milchverarbeitung wird fast alles, was der Betrieb produziert, selbst vermarket. Wir sind ein sehr vielseitiger Betrieb, wir haben mehrere Betriebszweige und machen viel Öffentlichkeitsarbeit.
Warum bist du beim R.E.G.E.N.‒Fund dabei?
Mich hat das gleich von Anfang an fasziniert. Vor allem deshalb, wenn wir mit Unternehmen in Kontakt kommen. Schlussendlich sind Landwirte ja auch Unternehmer. Und wenn wir alle zusammenkommen und zusammen was fĂ¼r unsere Heimat machen können. Wenn vom Jahr vielleicht ein bissel was Ă¼brig bleibt, und man möchte es noch in unsere Heimat nachhaltig investieren, dann können wir wieder eine BrĂ¼cke zu den Unternehmen schlagen, das finde ich das Schöne.
Dieses nachhaltige Wirtschaften, eine enkeltaugliche Zukunft. Das beschäftigt mich. Wie kann man da etwas machen? Ich glaube, das geht nur gemeinsam. Schöne Landschaft gibt's halt nicht zum Nulltarif. Die Biodiversität ist auch so eine Geschichte, wo wir einfach so viele MaĂŸnahmen machen, die monetär nichts bringen, aber eine Vielfalt auf dem Hof erzeugen, einen Artenreichtum, der ganz andere Freude bringt als die Kohle auf dem Konto.